Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globales Abkommen über pflanzengenetische Ressourcen in Kraft getreten

29.06.2004


Das internationale Abkommen über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft ist heute in Kraft getreten.

Dies hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) heute mitgeteilt. Bislang haben 55 Staaten das Abkommen ratifiziert.

Der rechtlich bindende Vertrag dient der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen, die für die Ernährung der Weltbevölkerung unentbehrlich sind, so die FAO. Ausserdem sollen Entwicklungsländer gleichberechtigt an den Chancen, die aus der Nutzung pflanzengenetischen Materials entstehen, teilhaben können.

Genetische Vielfalt wird benötigt, um auf zukünftige Herausforderungen wie Klimawandel, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten reagieren zu können.

"Das Abkommen markiert den Beginn einer neuen Ära," sagte FAO-Generaldirektor Jacques Diouf. "Die Menschheit muss den Genpool schützen und weiterentwickeln, der für die Landwirtschaft unbedingt benötigt wird. Das Abkommen bietet den Unterzeichnerstaaten, Bauern und Pflanzenzüchtern ein multilaterals System, das den Zugang zu pflanzengenetischen Ressourcen von 35 Nahrungs- und 29 Tierfutterpflanzen regelt."

Die biologische Vielfalt ist zunehmend durch die Modernisierung der Landwirtschaft, das Bevölkerungswachstum und die veränderten Ernährungsgewohnheiten bedroht, was zu Generosion und genetischer Gleichförmigkeit führt, so die FAO.

Von den bekannten mehr als 10 000 essbaren Pflanzen werden nur rund 150 für die menschliche Nahrung verwendet. Reis, Weizen, Mais und Kartoffeln decken allein rund 60 Prozent des Nahrungsbedarfs ab. Die FAO schätzt, dass seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts rund drei Viertel der genetischen Vielfalt landwirtschaftlich genutzter Pflanzen verloren gegangen sind.

Genetische Gleichförmigkeit macht Pflanzen anfälliger für Schädlinge. Zu welchen Folgen dies führen kann, zeigt das Beispiel der Banane. Die derzeit größte Bedrohung für den kommerziellen Bananenanbau ist eine Blattfleckenkrankheit, der inzwischen weltweit verbreitete «Schwarze Sigatoka-Pilz». Er kann die Ernte um ein Drittel bis zur Hälfte reduzieren. Die fünf wichtigsten kommerziellen Bananensorten stammen nur von einer Sorte ab.

Der Zugang von Bauern, Pflanzenzüchtern und Forschern zu pflanzengenetischen Ressourcen wird durch das Abkommen in Zukunft wesentlich vereinfacht. Um Zuchtmaterial aus verschiedenen Ländern zu erhalten, müssen Pflanzenzüchter und Wissenschaftler in Zukunft keine teuren bilateralen Verträge mehr schliessen; ein grösseres Reservoir an pflanzengenetischem Material ist damit leichter zugänglich. Wird das genetische Pflanzenmaterial in vermarkteten Produkten verwendet, soll ein Teil der Einnahmen in einen Fonds zur Unterstützung des Abkommens fliessen.

Durch einen besseren Austausch von Informationen und den Transfer von Technologien sollen die Entwicklungsländer dabei unterstützt werden, eigene Kapazitäten im Bereich pflanzengenetischer Ressourcen aufzubauen.

Erstmals wird mit dem Abkommen auch der Züchtungsbeitrag von Bauern vor allem aus Entwicklungsländern anerkannt und ihnen eine gleichberechtige Teilhabe an den Vorteilen der Nutzung pflanzengenetischen Materials zugestanden.

Die weltweit wichtigsten Genbanken mit rund 600 000 Mustern werden in das multilaterale System des Internationalen Abkommens eingegliedert und stehen damit allen Unterzeichnerstaaten zur Verfügung.

Erwin Northoff | FAO
Weitere Informationen:
http://www.fao.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Sturmwarnung: 150 Jahre Schäden im Schweizer Wald
21.09.2016 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Das Rätsel der Monodominanz - Wie im Regenwald natürliche Monokulturen entstehen
06.09.2016 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Im Focus: Quantenboost für künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen, die selbständig lernen, gelten als Zukunftstrend. Forscher der Universität Innsbruck und des Joint Quantum Institute in Maryland, USA, loten nun in der Fachzeitschrift Physical Review Letters aus, wie Quantentechnologien dabei helfen können, die Methoden des maschinellen Lernens weiter zu verbessern.

In selbstfahrenden Autos, IBM's Watson oder Google's AlphaGo sind Computerprogramme am Werk, die aus Erfahrungen lernen können. Solche Maschinen werden im Zuge...

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Laser für Neurochirurgie und Biofabrikation - LaserForum 2016 thematisiert Medizintechnik

27.09.2016 | Veranstaltungen

Ist Vergessen die Zukunft?

27.09.2016 | Veranstaltungen

Von der Probe zum digitalen Modell - MikroskopieTrends ´16

26.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nanotechnologie für Energie-Materialien: Elektroden wie Blattadern

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ultradünne Membranen aus Graphen

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ein magnetischer Antrieb für Mikroroboter

27.09.2016 | Biowissenschaften Chemie